Über den Luxus der Ruhe
Die “digitale Generation” – wie sie sich selbst begeistert nennt – twittert, facebooked, telefoniert, chatted, simst dank modernen Handys wie IPhone, Blackberry oder dem Google Handy eigentlich überall. Es ist auch längst selbstverständlich und wer die Augen rollt über die ständige Belästigung mit wirklich privaten Details oder über ständig piepende, blinkende oder sonst auf sich aufmerksam machenden Telefone gilt schnell als veraltet und wenig tolerant.
Nun ein Outing: Ich bin nicht tolerant. Ich hasse Menschen die in der Bahn neben mir eine halbe Stunde entweder lautstark über Nichtigkeiten palavern oder aber unnötige intime Details preisgeben. Ich bin genervt wenn dauernd ein twitterer, E-Mailer oder sonst irgendwie online- Mensch sein blinkendes, piepsendes oder musizierendes Hightech Gerät neben mir auf den Tisch legt, auf dass ich es bei jedem Pieps oder Blink bewundere. Ich fühle mich dadurch belästigt und über die Maßen gestresst. Ich finde unsere Welt ist laut, anstrengend und schnell genug. Ich will nicht nach 10 Stunden Arbeit auf dem Heimweg oder gar um 4 Uhr früh auf dem Weg zur Arbeit gestört werden. Alles was ich dann will ist meine Ruhe.
Und es mag enttäuschend sein, aber es interessiert mich nicht, was ihr für tolle Hechte seid, wie oft ihr eure Frau/ euren Mann betrügt oder wer mit wem in eurem Freundeskreis, ja ich gehe soweit und sage: Ihr seid mir am liebsten, wenn ich euch nicht bemerke.
Leider bin ich damit ziemlich allein, denn inzwischen sind wir alle dermaßen abgestumpft, dass es uns völlig selbstverständlich scheint jederzeit überall anderen auf die Nerven zu gehen mit unseren Privatinformationen.
Doch ich bin nicht ganz allein. Ein großer deutscher Mobilitätskonzern, mit dem ich gern mal morgens um 4 auf dem Weg nach Hamburg oder Leipzig oder Frankfurt bin, respektiert Menschen wie mich noch, er schafft für mich eine wunderbare Enklave der Ruhe. In den ICE- Zügen dieses Konzerns gibt es sogenannte “Ruhezonen” in denen ein Handyverbot herrscht. Wer doch telefoniert kann guten Gewissens des Raumes verwiesen werden.
Das kann unter Umständen bedeuten, dass der Sitznachbar, der mit dem Telefon am Ohr einstieg- kaum das er die Tasche abgestellt hat- von mir freundlich darauf hingewiesen wird, dass Telefonieren hier nicht erlaubt sei. Daraufhin habe ich ihn auf der zweistündigen 1,5 Stunden auf dem Gang auf- und abwandern sehen. Im vollbesetzten Freitagszug ein wahrer Luxus. Dennoch tut mir der Arme fast ein wenig leid, wenn es ihm nicht mal möglich ist 2 Stunden auf sein Telefon zu verzichten.
Deshalb und weil ich den Luxus der Ruhe heute mit dröhnenden Kopfschmerzen einmal mehr über die Maßen geschätzt habe, ist mein Lieblingsbild für den heutigen Tag dieses hier:

DB Ruhezone
Danke DB! Tags:Handy, neue Medien





2 Kommentare zu “Über den Luxus der Ruhe”
Von
Lutz am 29.08.2009 | Antworten
Mensch, bist du veraltet und ignorant
Von
Lutz am 29.08.2009 | Antworten
passend dazu: http://lallus.net/put-this-on-your-office-wall-1